Besser liewen an der Stad

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Von Sam Tanson und François Benoy, Spitzenkandidaten von déi gréng für die Gemeindewahlen am 8. Oktober in der Stadt Luxemburg
 
Wie wollen wir wohnen? Wie wollen wir uns fortbewegen? Wie sollen unsere Naherholungsgebiete aussehen? Wo spielen unsere Kinder? Welche Luft atmen sie ein? Wie werden sie betreut? Wie wollen wir die Bürger in die Planung der Stadt miteinbeziehen? Das sind die zentralen Fragen die sich in der Stadt Luxemburg heute und morgen stellen.
 
In den letzten Jahren hat sich bereits viel bewegt. In Baulücken entstanden Häuser mit bezahlbarem Wohnraum, intergenerationelle und barrierefreie Wohnstrukturen wurden geschaffen, die Tram wird Realität, in der Stadt wird wieder Fahrrad gefahren, die Busflotte wird elektrifiziert und emissionsarm, neue Kindertagesstätten entstanden und eine Waldspielschule ist in Planung. Mittels Bürgerforen wurden die Einwohner bei der Umgestaltung von Parks, Spielplätzen und öffentlichen Räumen in Bonneweg, dem Bahnhofsviertel, Belair und Limpertsberg eingebunden. Andere Beteiligungsprozesse, wie etwa im Rahmen der Erneuerung des PAG oder Umgestaltungen in Hamm, sind noch im Gange.
 
Die Einwohner der Stadt Luxemburg möchten ihre hohe Lebensqualität auch in Zukunft erhalten. Mit dem neuen Flächennutzungsplan (PAG) bleibt über die Hälfte des Territoriums der Stadt Grünfläche. Der „Bauperimeter“ wird nicht ausgeweitet, da genügend Fläche für zusätzliche Wohnungen verfügbar ist. Durch die neuen Teilbebauungspläne (PAP) und Grünvernetzungen sollen in den nächsten Jahren zahlreiche neue Parks und Spielplätze entstehen, sodass der Anteil der Naherholungsgebiete in der Stadt Luxemburg noch grösser und die Wege zwischen den einzelnen Stadvierteln kürzer werden. In Beggen etwa kann das Bett der Alzette renaturiert werden und ein naturnaher Park entstehen. Im Rahmen der Bebauung der Porte de Hollerich wird der neue Zessinger Park mit der Péitruss vernetzt. Durch den PAP Paul Wurth/Van Landewyck wird eine zur Zeit vollständig versiegelte Fläche zu einem neuen Viertel mit lebendigem Nutzungsmix und einem historischen Park.
 
Der Verkehr ist eine der größten Herausforderungen der wir uns stellen müssen. Bequeme, verlässliche und schnelle Alternativen zum Individualverkehr müssen her. Die Tram vom Kirchberg zum Bahnhof ist im Bau und das erste Teilstück wird noch dieses Jahr in Betrieb gehen. Die notwendigen Ausweitungen nach Kockelscheuer und Findel sind in Planung. Sie werden den Einwohnern und den in der Stadt arbeitenden Menschen bequeme und zeitsparende Verbindungen mit Bus, Bahn und Tram zwischen Wohn- und Arbeitsplatz anbieten. Die neuen Bahnhöfe Howald und Pfaffenthal-Kirchberg werden das Verkehrsaufkommen in der Stadt spürbar verringern. Durch das jährliche Wachstum der Einwohner und Arbeitsplätze um 2-3% muss der weitere Ausbau der Tram, etwa nach Hollerich, Leudelingen, Strassen und Bartringen, bereits heute geplant werden.
 
Aber auch die Fahrradinfrastruktur wird weiter verbessert, denn auf den vielen kurzen Strecken die man tagtäglich in der Stadt zurücklegt, ist das Stahlross das praktischste Verkehrsmittel. Sichere Fahrradwege von Kirchberg bis zum Bahnhof sind in Ausarbeitung. Sie sind die Voraussetzung dafür, dass mehr Leute aufs Fahrrad umsatteln und die Belastung durch den Verkehr somit geringer wird. Damit Familien und junge Haushalte weniger auf einen eigenen Erst- oder Zweitwagen angewiesen sind, soll das Carsharing weiter ausgebaut werden.
 
Es gibt also zahlreiche Lösungen, die helfen unsere gute Lebensqualität zu erhalten und auszubauen. Wir sind bereit diese auch um zu setzen.
 
Sam Tanson & François Benoy, Zu Gast im Land, Lëtzebuerger Land, 10.2.2017