Eng lieweg Avenue Pasteur: Elo!

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déi gréng Stad Lëtzebuerg haben am Dienstag, 5. Oktober 2021 einen konkreten Plan zur Neugestaltung der Avenue Pasteur vorgelegt. Durch verkehrstechnische und urbanistische Umgestaltungen würde der Fahrradverkehr in beide Richtungen ermöglicht, Bäume könnten erhalten bleiben und es würde mehr Platz für Fußgänger.innen und Terrassen entstehen. Die Avenue Pasteur würde so lebendiger, lebenswerter und als zentrale Begegungszone auf dem Limpertsberg mit Gastronomie und Handel grundlegend aufgewertet werden. déi gréng Stad Lëtzebuerg fordern die DP-CSV Mehrheit dazu auf, ihre Pläne in diesem Sinne zu überarbeiten.

Um die Lebensqualität und Mobilität der Einwohner.innen zu verbessern, fordern déi gréng Stad Lëtzebuergseit Jahren sichere Fahrradanbindungen und urbanistische Neugestaltungen im Zentrum der einzelnen Stadtviertel – so auch für den Limpertsberg. Hier hatte der DP-CSV Schöffenrat nach langjährigem Druck dem Gemeinderat am 24. Februar 2020 das Projekt einer bidirektionalen Fahrradpiste zwischen dem Glacis und der Rue A. Zinner (Lycée des Garçons) vorgelegt. Eine suboptimale Lösung angesichts der notwendigen Verbesserungen, die daher déi gréng Stad Lëtzebuerg nicht mitgetragen haben.

 

Schlechter Kompromiss von DP/CSV zum Nachteil aller Betroffenen

Für den Limpertsberg gilt die Avenue Pasteur als zentrale Achse mit einer direkten Anbindung an die Fahrradpiste entlang der Tramtrasse. Deshalb ist sie prädestiniert für den Radverkehr, die der Bevölkerung des Stadtviertels eine schnelle, bequeme und umweltfreundliche Mobilität erlauben wird. Jedoch hatte sich die Mehrheit im Gemeinderat 2018 für einen schlechten Kompromiss für alle Verkehrs-teilnehmer.innen entschieden: 

Statt einen Radweg auf der ganzen Länge der Avenue Pasteur vorzusehen und die Bewohner.innen des ganzen Stadtviertels davon profitieren zu lassen, sollte nur auf dem unteren Teil ein bidirektionneller Radweg entstehen. Die politische Mehrheit hatte nicht den Mut zu einer grundlegenderen Umgestaltung des öffentlichen Raums samt konsequenter Verkehrsberuhigung, so dass in ihrem Konzept auch Bäume, Parkplätze und Terrassen für den Fahrradweg weichen müssten.

 

Die Win-Win-Lösung: Shared space und Verkehr anders leiten

Eine zufriedenstellende Lösung für alle Beteiligte liegt jedoch nahe: erstens den unteren Teil der Avenue Pasteur vom Durchgangsverkehr befreien und urbanistisch als Shared space umgestalten. So können Radfahrer.innen in beide Richtungen fahren, und es bleibt Platz für Terrassen, Bäume, Liefer- und Anliegerverkehr und einige Parkplätze. Durch weniger Verkehr, die Einebnung der Fahrbahn und die Gleichberechtigung aller Verkehrsteilnehmer.innen wird den verschiedenen Funktionen des öffentlichen Raums Rechnung getragen: Mobilität, Aufenthalt, Handel und Dienstleistung sind möglich, und die Lebensqualität aller kann sich verbessern. 

Um auch im weiteren Verlauf die Avenue Pasteur als sichere Hauptfahrradachse für den Limpertsberg zu etablieren, muss sie vom Durchgangsverkehr befreit werden. Dazu soll die Verkehrsführung im Viertel neu organisiert werden und die Avenue Pasteur als Zone 30 oder Fahrradstraße umklassiert werden. Dies erlaubt, dass auch auf der Teilstrecke zwischen dem Lycée de Garçons und dem Café Tramway Fahrräder in beide Richtungen fahren können. Die Buslinie 19 müsste lediglich statt durch das untere Teilstück der Avenue Pasteur, über die Rue Ermesinde und die Avenue Victor Hugo fahren.

Da der Umbau des unteren Teiles der Avenue Pasteur in einen Shared space nicht sofort umsetzbar ist und Umbauarbeiten erfordert, schlagen déi gréng Stad Lëtzebuerg einen phasenweisen Umbau vor: Die sofortige Änderung der Verkehrsordnung in der Avenue Pasteur und das Verdrängen des Durchgangs-verkehrs erlaubt zunächst die zeitnahe Umklassierung der Straße in eine Zone 30 beziehungsweise in eine Fahrradstraße. Dadurch wird Radverkehr in beide Richtungen möglich. Die bauliche Umgestaltung des Bereichs zwischen dem Glacis und der Rue Henri VII muss dann schnellstmöglich folgen.

 

Ohne politische Vision und Willen nur unzufriedenstellende Einzelmaßnahmen

Wie dieses Beispiel der Avenue Pasteur zeigt, hat der DP-CSV Schöffenrat der Stadt Luxemburg weder eine Vision, noch ein Konzept und erst recht nicht den politischen Willen für die nötigen urbanistischen Veränderungen, die unsere Stadt braucht, um die Lebensqualität ihrer Bürger.innen zu verbessern, die Verkehrssicherheit für alle zu steigern und das Klima zu schützen.

Es reicht nicht aus, Zone30-Schilder aufzustellen, Fahrradwege aufzupinseln oder isolierte bauliche Einzelmaßnahmen auszuführen. Déi gréng Stad Lëtzebuerg fordern, die Hauptfahrradstrecken durchgängig miteinander zu verbinden, ihren Anschluss an die Stadtviertel vorzusehen und in den einzelnen Stadtvierteln konsequent auf sanfte Mobilität zu setzen.

Um die Lebensqualität der Anwohner.innen zu erhöhen und Sicherheit für Fahrradfahrer.innen und Fußgänger.innen zu schaffen, muss  überflüssiger Durchgangsverkehr aus den Stadtvierteln herausgehalten werden. Der direkte und schnellste Weg durch ein Viertel oder durch die Innenstadt soll Fußgänger.innen und Radfahrer.innen vorbehalten bleiben. Anwohner.innen können selbstverständlich die eigene Wohnung mit dem Auto erreichen.

 

Karte des Stater Vëlosreseau von déi gréng auf Viertel ausgeweitet

Nach diesen Kriterien haben déi gréng Stad Lëtzebuerg bereits im Frühjahr 2021 ihr Konzept eines Stater Vëlosreseau vorgestellt, das sich schnell auf dem gesamten Stadtgebiet umsetzen lässt. Die dazugehörige Karte dazu wurde nun auf das gesamte Stadtgebiet ausgeweitet.