Gratis öffentlicher Transport: jetzt Potential für nachhaltige Mobilität in der Stadt Luxemburg voll ausschöpfen !

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Die Stadt Luxemburg feiert am heutigen 1. März 2020 mit dem „Stater Mobilitéitsdag“ den gratis öffentlichen Transport. Wie kaum eine andere Gemeinde, kann die Stadt Luxemburg das Potenzial des gratis öffentlichen Transportes nutzen. Jetzt gilt es, diesen Moment zu nutzen, um in der Stadt Luxemburg ein wirklich nachhaltiges Mobilitätskonzept zu entwickeln. 

Weitere konkrete und ambitionierte Maßnahmen müssen entschieden umgesetzt werden, damit die Bürger.innen der Stadt Luxemburg nachhaltig mobil sein können, die Lebensqualität in der Stadt Luxemburg sich verbessert und die Klimaziele erreicht werden können.

Die Stadt Luxemburg hat die Mittel – jetzt braucht sie den politischen Mut!

 

 

In diesem Sinne haben déi gréng Stadt Lëtzebuerg :

5 Forderungen für ein nachhaltiges Mobilitätskonzept der Stadt Luxemburg:

 

Konsequente Priorität für den öffentlichen Transport, Fahrräder und Fussgänger

Der öffentliche Raum ist begrenzt und seine Nutzung steht deshalb unter Druck. Es ist an den politisch Verantwortlichen, die richtigen, zukunftsweisenden Prioritäten für die Raumnutzung zu definieren. Mehr denn je ist jetzt der Moment, um dem öffentlichen Transport, dem Fußgänger- und Fahrradverkehr konsequent den Vorrang zu geben: Tram- und Busspuren, breite Bürgersteige und sichere Fahrradwege, Fußgängerzonen und auto- und parkplatzfrei Plätze. Parkraum gratis anzubieten und hohe Summen in Parkhäuser zu investieren, bedeutet, dass die Straßen und Plätze in der Stadt weiterhin dem Autoverkehr zur Verfügung stehen müssen.

Wollen die politisch Verantwortlichen eine nachhaltige und sanfte Mobilität erreichen, verlangt dies den Mut zu haben, klare Prioritäten zu setzten anstatt schlechte Kompromisslösungen zu suchen.

 

Busse die rollen...

Wenn die Tram Ende des Jahres 2020 das Bahnhofsviertel mit Kirchberg verbindet, muss das Bussystem an die neuen Gegebenheiten angepasst werden. Statt Buskolonnen vom Bahnhof in die Oberstadt brauchen die Bürger.innen ein attraktives Angebot, um aus den verschiedenen Richtungen ins Hyperzentrum zu gelangen sowie gute Verbindungen zwischen den Stadtvierteln. Dafür müssen die Busse noch mehr priorisiert werden. Die Fahrgäste sollen verlässliche Informationen in Echtzeit erhalten, nicht nur an den Haltestellen sondern auch in den Bussen. Auch über die nächsten Umsteigemöglichkeiten sollen sie informiert werden. Und niemand darf mehr „im Regen“ stehen gelassen werden; also müssen weitere überdachte Bushaltestellen eingerichtet werden. 

 

Stadtzentrum und die Mittelpunkte der Stadtviertel gehören den Menschen

In wenigen Monaten können die Menschen bequem mit der Tram in das Stadtzentrum rollen. Deshalb kann und muss die Fußgängerzone im Stadtzentrum ausgeweitet und die Fahrraddurchfahrt verbessert werden. Auch in den einzelnen Stadtvierteln und besonders vor den Schulgebäuden sollen Begegnungszonen/Shared space-Zonen einrichten werden. So können mehr Spielplätze, Terrassen oder Hochgärten für alle entstehen und Fußgänger.innen sowie Radfahrer.innen erhalten den von ihnen benötigten Platz und dadurch mehr Sicherheit.

 

Investitionsoffensive für den Radverkehr

Dank der verbesserten Fahrradinfrastruktur seit 2005 hat der Radverkehr stetig zugenommen. Parallel zum Verlauf der Tram wird Ende des Jahres ein hochwertiger Fahrradweg den Kirchberg, das Stadtzentrum und das Bahnhofsviertel miteinander verbinden. Nun müssen auch die einzelnen Stadtviertel mit sicheren, vom Autoverkehr getrennten Fahrradwegen an diese Hauptlinie angebunden werden. Auf dem Stadtgebiet sollen die veränderten Verkehrsregelungen (etwa Rechtsabbiegerampeln und Fahrradstraßen) systematisch Anwendung finden. Mehr überdachte, komfortable und sichere Radparkplätze sowie ein Fahrradparkplan für die Stadt machen den Radverkehr für die Bürger.innen noch attraktiver.

 

Innovative Wege (weiter)gehen

Will die Stadt Luxemburg eine Vorreiterrolle haben, muss sie innovative neue Wege  gehen. Die Fahrradbrücke mit Lift zwischen Cents, Neudorf und Kirchberg soll endlich zur Abstimmung kommen, und weitere Infrastrukturmaßnahmen der sanften Mobilität zur besseren Bewältigung der Topographie der Stadt müssen jetzt geplant und umgesetzt werden.

Das Angebot an Carsharing und das erfolgreiche Leihsystem Veloh soll grundsätzlich für Bürger.innen aller Stadtteile ausgebaut werden. Auch ein stadtteilnahes Verleihsystem von Cargo-Fahrrädern und Lastenanhänger soll geschaffen werden.