Séchere Stater Vëlosreseau: elo!

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Auf einer Pressekonferenz am 6. April präsentierten déi gréng Stad ihr Konzept eines Stater Vëlosreseau, welches schnell umzusetzen wäre...

Schnell, praktisch, gesund, sozial, umweltfreundlich: Für die meisten Strecken in der Stadt ist das Fahrrad das ideale Verkehrsmittel … und Radfahren macht Spaß!

Doch der DP-CSV Schöffenrat der Stadt Luxemburg versäumt es, in die notwendigen Infrastrukturen für ein sicheres und praktisches Radwegenetz in der Hauptstadt zu investieren. Auch wenn die politische Mehrheit einige wenige der vielen konkreten Vorschläge von déi gréng Stad Lëtzebuerg aufgreift, so werden diese leider nur halbherzig umgesetzt*. 

Dabei hat Luxtram, das Konsortium an dem Staat (2/3) und Stadt (1/3) beteiligt sind, parallel zum Verlauf der Straßenbahn auf dem Kirchberg und in der Avenue de la Liberté einen sicheren und bidirektionalen Fahrradweg gebaut. Letzterer wurde am Freitag, dem 2. April 2021 eingeweiht und stellt ein weiteres wichtiges Element für ein hochwertiges Fahrradnetz in der Stadt dar. Dies schafft eine wesentliche Voraussetzung für ein komplettes urbanes Fahrradnetz, das Radfahren auf dem gesamten Stadtgebiet fördert und absichert. 

Es zeigt sich: ein hauptstädtisches Radwegenetz benötigt keine weiteren Studien sondern einzig den politischen Willen, damit es Realität wird!

Die Trambaustelle bis zum Bahnhof ist nun abgeschlossen, der Vëlosummer war erfolgreich, es gibt attraktive Fahrradprämien und die Bevölkerung wünscht sich  direkte, lückenlose, sichere und sowohl vom Fußverkehr wie auch vom motorisierten Verkehr getrennte Fahrradwege. Diese Umstände müssen genutzt werden, um endlich ein hochqualitatives Fahrradnetz in der Stadt anzulegen. 

Neben den Radfahrer.inne.n profitieren davon auch Fußgänger.innen, deren Sicherheit durch weitere Verkehrsberuhigungen und durch eine hochwertige, auch vom Fußgänger getrennte Fahrradinfrastruktur verbessert wird.

Auf einer Pressekonferenz am 6. April präsentierten déi gréng Stad Lëtzebuerg ihr Konzept eines Stater Vëlosreseau, welches schnell umzusetzen wäre und das die Hauptfahrradstrecken miteinander verbindet, den Anschluss der Stadtviertel an diese Strecken vorsieht und konsequent auf sanfte Mobilität in den einzelnen Stadtvierteln setzt.

 

Hauptfahrradstrecken jetzt verbinden

Dank der neuen guten Fahrradinfrastruktur in der Avenue de la Liberté entlang der Tram sind wir der Vervollständigung der Hauptfahrradstrecken näher gekommen.

Doch es bleibt noch einiges zu tun. Nach der zunächst halbherzig angegangenen Verkehrsberuhigung der Rue du Fossé, die nun endlich in beide Richtungen für den Radverkehr geöffnet werden soll, muss hier der Autodurchgangsverkehr konsequent unterbunden werden, etwa durch Poller. 

Notwendig ist auch eine abgesicherte bidirektionale Fahrradpiste auf dem Boulevard Prince Henri. Durch den einseitigen Verzicht des Parkstreifen ist diese ohne große Probleme einzurichten und führt außerdem zu mehr Sicherheit für Fußgänger.innen im angrenzenden Stadtpark.

 

Hauptfahrradstrecken an Viertel anbinden

Bereits vor Jahren haben déi gréng Stad Lëtzebuerg vorgeschlagen, die Avenue Pasteur zu verkehrsberuhigen und somit den Limpertsberg attraktiv für den Fahrradverkehr zu machen und an das Zentrum anzuschließen.

Belair und die im Westen angrenzenden Gemeinden könnten etwa über den Val St. Croix oder die  Allée Léopold Goebel mit der Place de l’Etoile und so mit der Hauptachse verbunden werden.

Merl und Hollerich finden diesen Anschluss über die Avenue Marie-Thérèse und die Avenue Guillaume, Gasperich und Zessingen über die Rue de Nassau und die Rue Emile Lavandier, beziehungsweise den Pont Büchler. In Bonneweg kann die Verbindung etwa über die Rue des Gaulois entstehen.

In den jeweiligen Stadtvierteln müssen über diese Strecken Fahrradwege geschaffen werden, die in Bezug auf Sicherheit und Qualität einem hohen Standard entsprechen. Dies kann den lokalen Umständen entsprechend auf unterschiedliche Art und Weise erreicht werden: mal durch eine konsequente Verkehrsberuhigung (z.B. Avenue Pasteur oder Rue des Gaulois), mal durch die Umwidmung einer Fahrspur (z.B. Avenue Marie-Thérèse), mal durch das Aufgeben eines Parkstreifens.

 

Viertel und Stadtkern verkehrsberuhigen

Wie die Erfahrung lehrt, reicht das Aufstellen von Tempo 30-Schildern nicht aus, um ein Viertel Rad- und Fussgänger.innen freundlich zu machen.

Um die Lebensqualität der Anwohner.innen zu erhöhen und Sicherheit für Fahrradfahrer.innen und Fußgänger.innen zu schaffen, müssen die Viertel konsequent vom überflüssigen Durchgangsverkehr befreit werden. Dies kann gelingen, indem innerstädtischer Autoverkehr über die Hauptstraßen von einem Stadtviertel in ein anderes geleitet wird. Der direkte und schnellste Weg durch das Viertel oder die Innenstadt bleibt Fussgänger.innen und Radfahrer.innen vorbehalten. Selbstverständlich bleibt die eigene Wohnung mit dem Auto erreichbar. Das Beispiel anderer Städte zeigt, wie für die Umsetzung kurzfristig und ohne großen Aufwand auf provisorisches urbanes Mobiliar zurückgegriffen werden kann. Nach und nach werden Straßen somit in öffentliche Räume umgestaltet, die nicht mehr ausschliesslich am Auto sondern an den Bedürfnissen der Menschen ausgerichtet sind.

 

Statt weiterer Studien, politischer Mut!

Mit dem neuen Fahrradweg entlang der Tram wurde eine weitere Voraussetzung für ein hochwertiges und zusammenhängendes Radwegenetz in der Stadt Realität. Es bedarf jetzt keiner weiteren Studien sondern des politischen Willens, um das Radwegenetz endlich zu vervollständigen: Hauptfahrradstrecken verbinden und mit neuen, sicheren Fahrradwegen an die einzelnen Viertel anbinden und diese verkehrsberuhigen. Damit alle von einer Verbesserung der Lebensqualität profitieren – auch Autofahrer.innen und Fußgänger.innen. Denn ein.e Radfahrer.in mehr auf einem sicheren Radweg bedeutet oft ein Auto weniger auf der Straße oder im Stau.