Statt Parkplatz: Raum für Entspannung, Spiel und Begegnung

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Am Samstag, dem 21. September 2019 werten déi gréng Stad Lëtzebuerg einen Parkplatz auf der Place des Bains auf: Wo gewöhnlich ein Auto steht, wird Kicker gespielt, die Bürger.innen können gemütlich auf Bänken verweilen und ihre Ideen für ähnliche Umgestaltungen andernorts in der Stadt direkt an die Gemeinderäte weitergeben. 

Am Samstag, dem 21. September 2019 werten déi gréng Stad Lëtzebuerg einen Parkplatz auf der Place des Bains auf: Wo gewöhnlich ein Auto steht, wird Kicker gespielt, die Bürger.innen können gemütlich auf Bänken verweilen und ihre Ideen für ähnliche Umgestaltungen andernorts in der Stadt direkt an die Gemeinderäte weitergeben. 

Mit diesem Aktionstag im Rahmen des internationalen Park(ing) Day soll gezeigt werden, wie groß der Flächenverbrauch durch parkende Autos ist und wie wichtig es ist sich zu fragen, wem der öffentliche Raum der Innenstädte vorrangig zur Verfügung stehen soll. déi gréng beziehen dazu klar Stellung und fordern, dass die heute zugeparkten Straßen und Plätze wieder den Menschen zurückgegeben werden, die in der Stadt leben oder arbeiten. Für die Dauer der Aktion haben déi gréng selbstverständlich einen Parkschein gelöst und damit auch gezeigt, zu welchem Preis der öffentliche Raum den Fußgänger.innen weggenommen wird.

Die urbanistische Umgestaltung entlang der Tramtrasse macht deutlich: weniger Parkplätze und weniger Autoverkehr steigern die Lebensqualität und Gesundheit der Anwohner.innen, schaffen mehr Sicherheit besonders für Kinder sowie ältere Menschen und fördern den lokalen Handel. Diesem Beispiel folgend, muss der öffentliche Raum auch in den Kernbereichen der Oberstadt, des Bahnhofsviertels und in den Quartieren systematisch den Fußgänger.innen und Radfahrer.innen zurückgegeben werden. 

Der Aktionstag im Rahmen des internationalen Park(ing) Day bietet déi gréng auch die Gelegenheit, Initiativen anderer großer europäischer Städte zu zeigen. So hat sich beispielsweise die Stadtverwaltung von Amsterdam zum Ziel gesetzt jährlich 1.500 Parkplätze von der Oberfläche verschwinden zu lassen und so durch die Umgestaltung des öffentlichen Raums, die Lebensqualität aller Stadtbewohner.innen zu verbessern.[1] Dort, wo Autos standen, entstehen öffentliche Spielplätze, Terrassen oder Hochgärten. Fußgänger.innen und Radfahrer.innen erhalten mehr Platz und können wieder ungefährdet durch die Stadt ziehen.

 

Forderungen zum internationalen Park(ing) Day von déi gréng Stad Lëtzebuerg

Autos unter die Erde, damit Platz ist im öffentlichen Raum für Menschen

Auch die Stadt Luxemburg muss sich einen Plan zur Verringerung der Parkplätze im öffentlichen Raum geben um dadurch die Lebensqualität der Stadtbewohner.innen zu steigern. Durch die deutliche Verbesserung des öffentlichen Transports und angesichts des hohen Leerstands in vielen Parkhäusern der Stadt Luxemburg, steht dem nichts im Weg [2].

déi gréng begrüßen, dass endlich beschlossen wurde die Place de la Constitution (Gëlle Fra) bürgerfreundlich umzugestalten. Jetzt sollen auch die Parkplätze auf der Place des Bains schnell verschwinden, um dieses verborgene Schmuckstück der Oberstadt aufzuwerten. Man könnte zum Beispiel mit einer kurzfristigen Umgestaltung im Frühjahr/Sommer 2020 anfangen, wie sie etwa am Broadway in New York gemacht wurde und den Platz mit Tischen, Klappstühlen, Pflanzen und Mobiliar ausrüsten. Dieser Platz zwischen dem Parc Pescatore, der Badanstalt und der Fußgängerzone verdient eine Aufwertung. Das Gleiche gilt für viele andere Plätze und Straßenabschnitte in unserer Stadt, die viel mehr sein könnten als bloße Abstellfläche für Autos. 

Durch eine Ausweitung der Fußgängerzonen (hinter dem großherzoglichen Palast), der Schaffung von Shared space-Zonen (Rue Notre-Dame...) und Fahrradstraßen (Rue du Fossé, Avenue Pescatore...) kann die Innenstadt weitgehend vom Autoverkehr befreit und der zugehörige Parkraum anders und besser genutzt werden. 

Auch in den Stadtvierteln und speziell vor den Schulen sollen parkraumfreie Begegnungszonen/Shared space-Zonen entstehen und der öffentliche Raum insgesamt verkehrsberuhigt werden. Dort soll die Geschwindigkeit des motorisierten Verkehrs auf 20 km/h beschränkt werden. Diese Zonen sollen so gestaltet werden, dass sie gleichzeitig attraktiv und benutzerfreundlich sind. Die 30 km/h-Zonen sollen, selbst auf einigen Hauptstraßen, stärker zur Regel werden. 

Daneben bleibt Sensibilisierung wichtig: déi gréng fordern die Wiedereinführung des Autofreien Tags im Stadtzentrum und eine aktive Unterstützung von „Park(ing) Day“-Aktionen durch die Stadtverwaltung.

 


[2]Wie die Antwort auf eine Anfrage von déi gréng im Gemeinderat der Stadt Luxemburg zeigt (Anhang): Montag bis Freitags zwischen 9 und 16 Uhr variiert die Belegung im Stadtzentrum zwischen 26% (Royal-Hamilius), 62% (Monterey) und +/-90% (Knuedler, St.-Esprit und Théâtre). Im Bahnhofsviertel und in anderen Quartieren, gerade wie zu anderen Zeiten, ist die Auslastung im Durchschnitt zum Teil deutlich tiefer. Auch wenn die Parkhäuser Knuedler und Théâtre von Montags bis Samstags zwischen 10/11 und 14/16 Uhr komplett belegt sind, so gibt es zu diesen Zeiten immer noch reichlich Angebot in den anderen Anlagen.